Mit dem Hausboot schleusen
Eine Schleuse, das wissen erfahrene Skipper, wird nie zur Routine. Sie sind nicht der erste, der beim ersten Anblick der Schleusentore mit dem Gedanken spielt, auf das Schleusen lieber zu verzichten. Und Sie werden bestimmt auch nicht der letzte sein, der beim Ausfahren aus einer Schleuse verwundert feststellt, dass es wieder mal ohne Schrammen am Boot, ohne Fenderverlust und ohne Schweißausbruch geklappt hat. Aber: Ein wenig Herzklopfen bleibt immer.
Abenteuer Schleuse zwischen Müritz und Schwerin
Schleuse in Elsass-Lothringen
Zu den wohl einprägsamsten Erlebnissen eines Hausbooturlaubs gehört das Schleusen. Sie finden Gelegenheit, sich mit Einheimischen oder anderen Hausbootfahrern zu unterhalten. In Frankreich bieten die Schleusenwärter oftmals auch Produkte aus der Region oder dem eigenen Garten an, die Sie ganz frisch kaufen können. Die Schleusenwärter freuen sich über ein Trinkgeld – auch wenn es nicht obligatorisch ist. Sie sind verpflichtet, Ihre Leinen beim Schleusen selbst zu handhaben und bei handbetriebenen Schleusen dem Schleusenwärter tatkräftig zu helfen. Setzen Sie also ein Crewmitglied am Ufer ab, damit die Leinen entgegengenommen werden können und der Schleusenwärter Unterstützung bekommt.
An fast allen Schleusen werden immer mehrere Sportboote zusammen geschleust. Dadurch soll Wasser gespart werden. Sind die Schleusentore bei Ihrer Ankunft geschlossen, halten Sie vor der Schleuse und machen, soweit erforderlich, am Ufer fest. Die genauen Betriebszeiten der Schleusen erfahren Sie an der jeweiligen Basis oder für Deutschland im Törnplaner, der Ihnen zusammen mit diesem Kapitänshandbuch zugeschickt wurde. Es gehört zur guten Seemannschaft, dass sich die Crews beim Schleusen gegenseitig helfen! Wie ein Schleusenvorgang genau abläuft, erfahren Sie hier oder noch detaillierter in der Charterfibel des Quick Maritim Verlags.
Abwärtsschleusen
1
Fahren Sie langsam ein. Stoppen Sie das Boot mit dem Motor. Vorne und hinten am Boot ist jeweils eine Leine an einem Ende auf einer Klampe belegt. Legen Sie die Leinen jeweils um einen landseitigen Poller und nehmen Sie die Enden auf das Boot zurück. Führen Sie die Leinen über eine Klampe und nehmen Sie sie in die Hand. Belegen Sie die Leinen niemals mit einem Knoten.
2
Dann schließen Sie, gegebenenfalls auch der Schleusenwärter, das Aufwärtstor und öffnen einen Abwärtsschieber. Jeweils mindestens ein Mitglied Ihrer Mannschaft ist mit der Handhabung der Leinen vom Boot aus betraut.
3
Geben Sie Leine nach, während das Boot absinkt. Vorsicht: Beim Abwärtsschleusen kann sich auch eine Leine, die nur um die Klampe geführt wird, verklemmen. Halten Sie das Bootsheck gut frei vom Schleusentor! Achtung: Am Obertor befindet sich eine Schwelle, der sogenannte Drempel. Er ist meistens mit Linien an der Schleusenwand markiert.
4
Ist der Absenkvorgang beendet, öffnet die Person an Land das Tor und gibt die Leinen wieder an Bord zurück. Achten Sie darauf, dass keine Leine ins Wasser fällt und möglicherweise in die Schraube gerät. Danach steigt Ihr Crewmitglied über die Leiter oder nach der Schleuse auf das Boot zurück. Langsam ausfahren!
Aufwärtsschleusen
1
Fahren Sie langsam ein. Laden Sie ein Mitglied der Crew auf der Seite der Leiter oder an der Böschung vor der Schleuse ab.
2
Der Skipper wirft die Leinen, der Mann an Land legt die Leinen um die Poller und gibt die Enden wieder auf das Boot zurück. Ist die Leine hierfür zu kurz, kann auch mit Hilfe eines Palsteks eine Schlaufe geschaffen werden, die der Mann an Land um den Poller legt.
3
Schließen Sie die Tore.
4
Die Person an Land öffnet die Schieber oder hilft dem Schleusenwärter dabei. Jeweils eine Person an Bord nimmt die vordere und die hintere Leine beim Ansteigen des Hausbootes laufend dichter. Halten Sie das Boot eng an der Schleusenwand. Wenn Sie sich dicht am Obertor der Schleuse befinden, kann durch das einströmende Wasser ein ziemlicher Zug auf die Leinen kommen.
5
Wenn die Schleuse voll ist, öffnen Sie oder der Schleusenwärter die Tore. Leinen einholen. Vorsichtig ausfahren.




















Eine Hecktüre ist beim Schleusen praktisch (aber auch zum Baden!).